Über denkansatz.ch

denkansatz.ch ist kein Fachblog im klassischen Sinn und kein persönliches Tagebuch. Es ist ein Ort, an dem ich Gedanken festhalte, die in meinem beruflichen Alltag immer wieder auftauchen – und für die dort oft zu wenig Raum bleibt.

Ich arbeite seit vielen Jahren an der Schnittstelle von Hotellerie, Gesundheitswesen, Ernährung und Organisation. In dieser Rolle begegne ich regelmässig gut gemeinten Konzepten, überzeugenden Studien und klaren Modellen – und gleichzeitig einer Praxis, die sich ihnen nur teilweise fügt. Genau in dieser Lücke beginnt mein Interesse.

Dieser Blog ist mein Versuch, diese Spannungsfelder ruhig, strukturiert und ohne Verkürzung zu durchdenken.

Was hier entsteht

Die Texte auf denkansatz.ch beginnen selten mit einer These. Meist stehen eine Beobachtung, ein Widerspruch oder eine Irritation am Anfang. Zum Beispiel:

  • Warum Essen im Gesundheitswesen fast immer funktional gedacht wird, obwohl seine Wirkung weit darüber hinausgeht.
  • Weshalb Servicequalität als «weich» gilt, obwohl sie den Alltag von Patientinnen, Patienten und Mitarbeitenden massiv prägt.
  • Warum sich evidenzbasierte Erkenntnisse so schwer in Organisationen verankern lassen – selbst dann, wenn Einigkeit über ihren Nutzen besteht.

Ich schreibe nicht, um Lösungen zu präsentieren, sondern um Zusammenhänge sichtbar zu machen und Fragen sauber zu stellen.

Thematische Nähe statt Beliebigkeit

Die Inhalte bewegen sich konsequent in Themenfeldern, die sich in meiner Arbeit über Jahre hinweg verdichtet haben:

Esskultur und Nutritional Psychiatry – Wie wirken Atmosphäre, Gemeinschaft und sensorische Qualität auf das psychische Wohlbefinden? Was zeigt die Forschung über den Zusammenhang zwischen Ernährung und psychischer Gesundheit?

Hotellerie im Gesundheitswesen – Welche Rolle spielen professionelle Dienstleistungen jenseits der medizinischen Versorgung? Wo liegt die Abgrenzung zwischen Dienstleistung und Therapie – und wo ihre Verbindung?

Organisation, Führung und Umsetzung – Wie können nicht-medizinische Berufsgruppen als Teil des Behandlungskonzepts verstanden und entwickelt werden? Was steht der Verankerung evidenzbasierter Ansätze im Weg?

Transfer Wissenschaft → Praxis – Warum bleiben gut belegte Erkenntnisse oft theoretisch? Welche strukturellen, organisationalen und kulturellen Barrieren prägen die Umsetzung?

Die klassische Hotellerie dient dabei gelegentlich als Referenzrahmen – nicht aus Nostalgie, sondern als Vergleichsfolie für Haltung, Qualität und Professionalität.

Alles andere bleibt bewusst draussen.

Haltung statt Meinung

Ich schreibe sachlich, reflektierend und evidenzbasiert. Nicht, um zu überzeugen, sondern um nachvollziehbar zu denken.

Das bedeutet auch:

  • keine Erfolgsgeschichten
  • keine vereinfachenden Rezepte
  • keine internen Fallbeispiele

Stattdessen: Einordnung, Abwägung, offene Enden.

Grundlage meiner Beiträge ist meine berufliche Praxis in der klassischen Hotellerie und im Gesundheitswesen sowie aktuelle Literatur, die ich einordne, einbette und kritisch reflektiere.

Ich arbeite möglichst evidenzbasiert, aber nicht akademisch abstrakt.
Ich bin Praktiker, aber nicht erfahrungsbasiert unkritisch.

Für wen ich schreibe

Dieser Blog richtet sich an:

  • Fachpersonen im Gesundheitswesen, die Ernährung, Esskultur und Hotellerie als Teil der Versorgung ernst nehmen
  • Menschen aus Management und Führung, die nicht-medizinische Bereiche strategisch denken wollen
  • Forschende und Studierende, die sich für den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis interessieren
  • Kolleg:innen aus der klassischen Hotellerie, die Parallelen zur klinischen Arbeit ziehen möchten

Ich schreibe nicht für ein breites Publikum.
Ich schreibe für Menschen, die Substanz suchen – und Zeit investieren wollen.

Was Sie hier erwartet

Ca. ein längerer Beitrag pro Monat – ausführlich, durchdacht, quellenbezogen.
Dazu gelegentlich kürzere Impulse, die auf Blog-Artikel verweisen oder einzelne Gedanken aufgreifen.

Wenn Sie informiert werden möchten, sobald ein neuer Beitrag erscheint, können Sie den Newsletter abonnieren – ohne Verkaufsabsicht, ohne Frequenzdruck.

Zur Einordnung

Alle Beiträge auf denkansatz.ch sind persönliche fachliche Überlegungen. Sie stellen keine Position meines Arbeitgebers dar und enthalten keine internen Informationen oder identifizierbaren Situationen.

Warum ich schreibe

Weil Denken Zeit braucht. Und weil manche Fragen erst dann klar werden, wenn man sie zu Ende formuliert.

denkansatz.ch ist der Ort dafür.


Roman Frauchiger


Dieser Blog ist ein Denkraum – kein Distributionskanal.
Wenn Sie hier lesen, nehmen Sie sich Zeit. Das ist beabsichtigt.